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Homerecording and Guitars

Das richtig Abmischen eines Songs lässt sich in etwa mit einem Puzzle vergleichen. Die grundlegenden Entscheidungen über das Motiv (Komposition) und das Teilchenformat (Spuren, Recordings) sind bereits gefallen. Man setzt beim Abmischen jetzt nur noch die Einzelteile zusammen und feilt die unnötigen Kanten und Ecken weg, um alle Einzelteile in einen perfekten Einklang zu bringen.

Nachdem der Song nun fertig arrangiert und aufgenommen wurde, geht es ans abmischen desselben. Im Prinzip fallen in diesen Arbeitsschritt alle Dinge, die man mit seinen Spuren macht, um den Song auf Hochglanz zu bringen. Die Lautstärken der Einzelspuren ins Gleichgewicht bringen, Effekte hinzufügen, die Instrumente mit dem Equalizer zur Geltung bringen usw.

So weit so gut, über eines muss man sich jedoch absolut im Klaren sein, die weitverbreitete Meinung...naja, das Mastering macht den Sound dann erst perfekt stimmt nicht. Es gibt einen schönen Spruch in der Studiotechnik der da lautet: Shit in Shit Out, will sagen, das wenn die Aufnahme nix taugt, der Song nicht klingen kann.

Ähnlich ist das auch beim Abmischen, der Song sollte schon sehr ausgewogen und druckvoll klingen, das eigentliche Mastering wird oft überschätzt. Es gibt nicht viele fixe Regeln für eine gute Mischung, hier entscheidet einzig und allein das Ohr und der Geschmack. Eine der wenigen wichtigen Regeln ist, das man die Pegel so weit als möglich aussteuern sollte, was den Geräuschspannungsabstand und Dynamik verbessert. Die Pegel dürfen aber nie weiter als bis kurzzeitig auf 0 db übersteuern.

Eine guter Mix braucht Zeit und sehr viel Erfahrung, deswegen nicht verzweifeln, wenn es anfangs noch etwas holprig klingt.

Song abmischen

Vorwort

Das wichtigste Merkmal eines guten Songs ist seine Homogenität. Die wichtigste Voraussetzung hierfür sind ausgewogene Lautstärkeverhältnisse, z.B gibt es nichts Schlimmeres, als eine ewig zu laute HiHat die sich durch den ganzen Song hämmert, und ihn richtiggehend zerstört.

Zunächstmal ist es empfehlenswert, gleichartige Instrumente in Gruppen zusammenzufassen,was bedeuted das jedes Instrument einen eigenen Lautstärkeregler hat, jedoch alle zusammengefassten derGruppe gemeinsam über ebenfalls einen Lautstärkeregler verändert werden können. Als Beispiel möchte ich hier die Rhytmussektion nennen, bestehend aus 1 Drumspur und 4 Spuren mit unterschiedlichen Percussioninstrumenten.

Hat man diese 5 Spuren nun im perfekten Lautstärkeverhältnis, aber insgesammt zu leise, müsste man Ohne Gruppenbildung alle Spuren einzeln hochziehen und nochmals exakt abgleichen. Sind diese in einer Gruppe zusammengefasst, kann man die Gesamtlaustärke dieser 5 Spuren mit einem Regler hochziehen, die Lautstärkeverhältnisse untereinander bleiben exakt erhalten.Dies erspart sehr viel Zeit und Frust.

Es mach auch durchaus Sinn, zur Rhytmussektion noch den Bass hinzu zu nehmen. Brass mit mehreren Spuren und ebenso Streicher sind eindeutige Probanden zur Gruppenbildung. Um eine vernünftige Lautstärkebalance zu bekommen ist es auch unerlässlich, das keine zu großen Lautstärkeunterschiede innerhalb einer Spur existieren. Dies trifft aber hauptsächlich auf manuell eingespielte Instrumente zu, bei Softwareinstrumenten muss man sich hier weniger Gedanken machen, es sei denn einzelne Noten sind zu laut was jedoch sehr einfach behoben werden kann.

Jedoch gerade bei Saiteninstrumenten ist diese Gefahr sehr ausgeprägt, da diese üblicherweise sehr dynamisch gespielt werden. Hier kann ein Kompressor oder Limiter Abhilfe schaffen. Bei Gitarrentracks diesen jedoch vor dem Softwareamp einsetzen, Akustikgitarren sollten immer komprimiert werden. Ich beginne immer mit der Anpassung der Laustäre der Leadgitarre, sie ist das lauteste Instrument im Mix, sie wird auf etwa -4 dB ausgesteuert. Darauf folgen die Drums, sie sind neben der Leadstimme das zweitlauteste Instrument im Mix, die Abstimmung wird dann fortgesetzt mit Bass und Rhythmusgitarre oder Pianos. Wenn die Lautstärkeverhältnisse dieser Instrumente zueinander stimmt, können die restlichen Spuren angepasst werden. Der gesamt Mix sollte auf maximal -3dB in der Stereosumme ausgesteuert werden.

Lautstärkeverhältnisse anpassen

Aber nicht nur ein gutes Lautstärkeverhältnis macht einen guten Song aus, auch der Sound soll angenehm homogen wirken. Kein Instrument soll negativ oder gar ätzend wirken, wobei eine veränderung des Klanges oft auch eine Anpassung der Laustärke erfordert.

Zur Klanganpassung werden üblicherweise Equalizer verwendet, sie sind in jeder DAW (Softwaremischpult) in nahezu jeder Variation enthalten. Viele davon sind jedoch nur Beiwerk und nicht sonderlich effektiv oder musikalisch kaum einsetzbar. Die Equalizer von Logic sind schon sehr gut, ich habe mir jedoch das Eine oder Andere Plu In hinzugekauft um mehr Möglichkeiten zu haben. Diese Plug Ins haben einen besseren und musikalischeren analogen Klang, was Veränderungen erleichtert.

Aber nicht nur Equalizer sollten zur Klangformung verwendet werden, manchmal klingt das Grand Piano richtig saugeil aber im Mix schraubt man stundenlang herum und es will nicht klingen. Oftmals hilft es einfach einen anderen Basissound in der Samplelibrary auszuwählen und schon passt es.

Also zunächst entscheiden...ist dieser Instrumentensound überhaupt der Passende,kann ich ihn mit den EQ's hinbiegen? Wenn mal Anhebungen um 12dB oder mehr nötig sind, ist es mit ziemlicher Sicherheit nicht der richtige Instrumentensound. Dies gilt für alle Instrumente und speziell auch für E-Gitarren über Softwareamps gespielt. Hier kann man im Mix dann noch die 4x12er Box gegen eine 1x12 austauschen..und das ohne die Gitarre neu einspielen zu müssen.

Generell kann man sagen, das nur sehr vorsichtig mit EQ's umgegangen werden sollte, allzugerne zieht man die Höhen hoch um dem Instrument Transparenz zu geben. Doch wenn dies bei vielen passiert, ist der gesamte Mix schnell höhenlastig.Grundsätzlich sollte jedem Instrument ein Frequenzbereich zugeordnet werden, sodass sich keine Instrumente gegenseitig verdecken.

Als Beispiel sei hier eine Rhythmusgitarre genannt, eingespielt mit einer Humbuckergitarre in Zwischenposition über ein Fender Ampmodel. Diese Kombination hat so viel Bassanteile das es zusammen mit der Bassgitarre schon etwas mulmig werden kann und anfängt undifferenziert zu werden, daher die Frequenzen der Gitarre ab ca. 200 Hz steilflankig absenken. Eine gute Idee ist, immer wieder mal die EQ's einfach auszuschalten, wie das Instrument dann im Mix klingen würde.Generell sind vollparametrische EQ's in der Tontechnik am verbreitetstenund auch in diesem Fall vorzuziehen.

Soundverhältnisse anpassen

Und genau so sollten diese Effekte auch im Mix behandelt werden, also Reverb und Delay um den Mix natürlicher und räumlicher klingen zu lassen und die wirklichen Effekte auch nur als solche einsetzen. Es ist durchaus sinnvoll verschiedene Reverbs und Delays in einem Song einzusetzen, aber um den Song homogen zu machen, sollte es einen Hauptreverb und ein Hauptdelay geben. Mit diesen beiden Haupteffekten werden über die Sends alle Instrumente versorgt. Für Gitarre oder spezielle Drumsounds ist es legitim weitere Delays oder Reverbs einzusetzen und diese auch deutlich hörbar zu mischen.

Effekte haben zweierlei Funktionen, zum Einen sollen Laufzeiteffekte wie Reverb und Delay einem Klang Raumeindruck, Tiefe und somit Natürlichkeit vermitteln.Zum Anderen sind Effekte wie Chorus, Tremolo etc. als wirkliche Effekte anzusehen, die so in der Natur nicht vorkommen.

Eine gute Strategie zum Mischen von Reverb und Delay ist, das zu bearbeitende Signal einzeln zu hören und dann den/die Effekte hinzu mischen, bis man den Effekt deutlich hören kann und evtl. den Effekt an sich noch verändert. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, schaltet man alle Spuren ein um den kompletten Mix mit allen Instrumenten zu hören. Nun werden die Sens der Effekte soweit zurück genommen, bis man von den Effekten im Mix nichts mehr hört. So ist der Effekt noch präsent, aber er vermatscht den Song nicht, zuviel Reverb in einer Mischung ist absolut tödlich und macht einen druckvollen Sound nahezu unmöglich.

Besonders bei Instrumenten die den Rhythmus bilden oder unterstützen ist äuserste Vorsicht angebracht, lieber zu trocken mischen als zuviel des Guten. Des weiteren ist zu beachten das durch das Komprimieren beim Mastering die Hallfahnen und Delays auch angehoben werden uns so stärker in den Vordergrund treten. Ganz anders bei den übrigen Effekten, welche als Effekte wahrgenommen werden sollen, hier kann stärker zugelangt werden, aber auch hier dürfen diese Effekte nicht den Sound verschmieren, speziell Chorus Flanger und Phaser sind hier mit Vorsicht zu geniessen. Einzig bei Gitarrentracks kann es schonmal heftig zur Sache gehen.

Effekte anpassen

Beim Abmischen hilft es, immer wieder eine seiner Lieblings-CD's zwischendurch mal einzuwerfen und die eigene Mischung mit der CD zu vergleichen. Eine scheinbar gute Mischung dann speichern und erst dann eine neue Variante davon mischen, oftmals sind die "alten" Mischungen besser als die Letzte die man gemacht hat.

Zu guter Letzt wird natürlich die Mischung gebounct, d,h, auf eine einzige Stereo-Audio Spur gemixt. Bouncen kann im Realtime-Verfahren oder Offlineverfahren geschehen, bei Realtime wird der Song während des Bouncens abgespielt, beim Offline wird er nicht wieder gegeben. Ich empfehle das Realtime, da man hier noch Fehler erkennen kann weil man das Ergebnis sofort hört.

Es gibt sehr viel Literatur über Recording mit diesen und jenen Tipps, ich habe jedoch festgestellt, das man sich selber durchbeissen muss, erst dann bekommt man ein Gefühl dafür, Tipps von anderen sind meistens auf deren Arbeitstechnik bezogen und nicht 1:1 übetragbar.

Man sollte aber nicht erwarten im Heimstudio eine CD reife Produktion fahren zu können, welche kommerziellen Produktionen entspricht. Diesen Fehler habe ich auch zu oft gemacht und wurde dann sehr schnell eines Besseren belehrt. Auch wenn das Heimstudio wirklich saugut ausgestattet wäre, ein professionelles Studio oder gar das Masteringstudio hat eine weitaus bessere Ausrüstung und vor allem professionelle Tontechniker zu bieten, muss man einfach klar so sehen. Wie gut oder schlecht eine fertige Produktion im Heimstudio klingen kann, können Sie anhand meiner von mir auf die hier beschriebene Art und Weise produzierten CD's leicht selber beurteilen.

Schlussbemerkung

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